| Yps-Gimmicks sind zurück - auf dem iPhone |
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Verlag startet mit Verkauf virtueller UrzeitkrebseIn den 70er und 80er Jahren hatte das Comic-Heft "Yps" mit seinen Gimmicks Kult-Status bei vielen Jugendlichen. Jetzt ist "Yps" im digitalen Zeitalter angekommen: Ausgewählte Gimmicks soll es für das iPhone geben. Den Anfang machen die Urzeitkrebse. 2,99 Euro kostet die über 20 Megabyte große iPhone-Anwendung. Nach der Installation findet man zunächst ein leeres Aquarium vor, in das man zwei Eier legen kann. Dann muss das iPhone geschüttelt werden, um die Urzeit-Krebse zu wecken. Nachdem die Tierchen geschlüpft sind, kann man sie mit unterschiedlichen Aktionen bei Laune halten: Licht ein- und ausschalten, Spielzeuge im Aquarium platzieren, Musik spielen und natürlich füttern. Wie Tamagotchis Das alles erinnert sehr an die Tamagotchis aus den 90er Jahren, kleine Schlüsselanhänger mit Mini-Computer, die umsorgt und gehegt werden wollten und bei Nichtbeachtung einen digitalen Tod starben. Die Yps-Urzeitkrebse waren für Jugendliche aber vor allem deswegen so faszinierend, weil aus dem Pulver echtes Leben entstand, wenn man es in Wasser auflöste. Die Möglichkeit, das Entstehen von Leben zu beobachten, das in dem Pulver auf die Rückkehr von Wasser ausharrte, förderte den Forscher- und Beobachtungsdrang einer ganzen Generation. Die nun erschienene iPhone-App mag für Yps-Gimmicks evolutionär ein Schritt in die richtige Richtung gewesen sein, doch bereits auf den ersten Blick enttäuscht das virtuelle Gimmick: Zu comichaft und verspielt kommen Krebse und grafische Anmutung daher, eine realistischere Darstellung in Verbindung mit einer wissenschaftlich fundierteren Simulation hätte zumindest diejenigen zufriedener gestellt, die weiland schon die echten Artemia nyos in Muttis Gurkengläsern großzogen. Geist des Originals nicht erreicht Knappe drei Euro verlangt Egmont-Ehapa im App-Store für das Comic-Aquarium. Es wäre eine echte Chance gewesen, die Urzeitkrebse der nächsten Generation von Schülern näher zu bringen, doch an den Geist des Originals kommt die digitale Kopie nicht mal ansatzweise heran. Zumal eine Neuauflage des Heftes inflationsbereinigt vermutlich auch nicht teurer gewesen wäre. Laut Verlag stehen mit "Lügendetektor" und "Fingerfalle" übrigens zwei weitere Gimmicks als iPhone-Apps in den Startlöchern. gefunden auf heute.de |